
Potential der Kläranlage
Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) strebt danach, die Kläranlage Halle-Nord energieautark zu betreiben. Um dieses Ziel zu erreichen, sind eine Steigerung der Klärgasproduktion zur Verstromung sowie eine Reduktion des Energieverbrauchs notwendig. Ein limitierender Faktor sind dabei auch MAP-Ablagerungen (Magnesium-Ammonium-Phosphat) in Rohrleitungen und Pumpen, die die Entwässerbarkeit des Schlamms verschlechtern und die Betriebssicherheit beeinträchtigen. Diese sollen zukünftig durch die Zugabe von Magnesiumchlorid in einer Vakuumentgasungsanlage kontrolliert entfernt werden. Dabei findet eine Phosphatfällung statt, wodurch die Entwässerbarkeit des Schlamms erhöht wird und damit auch die Transportkosten des Schlamms gesenkt werden.
Mehr Energie – weniger Emissionen
Faulgas, das im Blockheizkraftwerk der HWS genutzt wird, trägt zur Reduktion von Methan- und CO₂-Emissionen bei und steigert gleichzeitig die Energieerzeugung. Die derzeitige Durchmischung der zwei Faulbehälter mit den installierten Rührwerken ist nicht effizient genug um das gesamte Volumen der Behälter optimal zu durchmischen. – Ein neues System auf Basis einer Mammutpumpe, das verdichtetes Faulgas als Antrieb nutzt, soll für eine bessere Durchmischung höhere Schlammstabilität und höheren Faulgasertrag sorgen. Zusätzlich wird durch den Einsatz der Vakuumentgasungsanlage dem Faulschlamm nach den Faultürmen restliches Biogas entzogen, welches ebenfalls zur Energieerzeugung genutzt werden kann.
Insgesamt ergibt sich eine jährliche Einsparung von 546.314 Kilowattstunden Strom und 486.530 Kilowattstunden Erdgas sowie eine Reduktion der CO2-Emissionen um 334,89 Tonnen.
Klimaneutralität zu erreichen ist eine komplexe Aufgabe. Wir brauchen einen systemischen Ansatz.
Die Partnerschaft im Rahmen der Energie-Initiative ermöglicht dieses systemische Vorgehen: Wir betrachten sowohl die Bereitstellungsseite der Daseinsvorsorge, als auch die der Verwendung. Nur durch diese ganzheitliche Betrachtung sind volkswirtschaftlich sinnvolle Lösungen zur Erreichung der Klimaneutralität möglich. Damit werden wir und unsere Produkte / Dienstleistungen nicht nur klimaneutral, sondern bleiben für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) auch weiterhin bezahlbar.
Wir betrachten dabei verschiedene Dimensionen:
Maßnahmen: Die Bandbreite an Möglichkeiten von Maßnahmen der Vermeidung bzw. Verminderung bis hin zur Dekarbonisierung und Kompensation.
Verbraucherperspektive: Die Perspektive der privaten oder gewerblichen Verbraucherinnen und Verbraucher sowie unserer Mobilitätskundinnen und -kunden und der industriellen Verbraucher.
Bereitstellungsperspektive: Die Perspektive der Bereitstellung von Wärme, Strom, Wasser und der Lieferketten sowie der Wasser und Abwasserversorgung und des Recyclings.
Zeitraum der Umsetzung: 2024 - 2026
Zielstellung:
Optimierung der Energieproduktion und Senkung der Emissionen
Förderung:
RZWas 2016
Weitere Informationen:
Stand: 08/2025
Träger des Projekts: