
Versorgungsnetz des Stadtgebietes
In Halle (Saale) erfolgt die Erzeugung von Fernwärme in den hocheffizienten Energieparks Dieselstraße und Trotha im Prozess der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung, also der gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme. Von dort kommt sie bequem und sicher per sichtbarer bzw. unterirdisch verlegter Rohrleitungen bis zur Kundin oder zum Kunden. Ein Wärmenetz muss dabei stets an die sich ändernden Rahmenbedingungen adaptiert werden. Entsprechend vergangener und antizipierter zukünftiger Wärmebedarfsentwicklung sind Anpassungen am Fernwärmenetz erforderlich. Dort, wo ein Rückgang erwartet wird, werden alte Bestandsleitungen entsprechend mit kleinerer Nennweite verlegt. In Ausbaugebieten erfolgt vorausschauend bereits eine entsprechende Netzverstärkung.
Netzverluste runter
Die durch den Wärmebedarfsrückgang gewonnenen hydraulischen Freiheitsgrade werden für eine Temperaturabsenkung im Netz genutzt. Gleichzeitig ersetzen moderne Kunststoffmantelrohre alte Bestandsleitungen. Beides spart Wärmeverluste, die sich in einer leitungsgebundenen Wärmeversorgung nie ganz vermeiden lassen. Positiver Nebeneffekt: Im Zuge der Optimierungsmaßnahmen werden oberirdische Leitungsbestände sukzessive in die Erde verlegt und somit das Stadtbild verbessert.
Der zentralisierte Ausbau des Fernwärmenetzes leistet einen großen Beitrag zur Energiewende in Halle (Saale).
Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen erfordert einen systematischen Ansatz – von der Erzeugung bis zur Nutzung.
Die Partnerschaft im Rahmen der Energie-Initiative ermöglicht dieses systemische Vorgehen: Wir betrachten sowohl die Bereitstellungsseite der Daseinsvorsorge, als auch die der Verwendung. Durch diese ganzheitliche Betrachtung lassen sich wirksame und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen ableiten. Schritt für Schritt reduzieren wir die Klimawirkung unserer Produkte und Dienstleistungen. Gleichzeitig bleiben die Preise für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) bezahlbar.
Dabei spielen drei verschiedene Dimensionen eine Rolle.
Maßnahmen: Die Bandbreite an Möglichkeiten von Maßnahmen der Vermeidung bzw. Verminderung bis hin zur Dekarbonisierung und Kompensation.
Verbraucherperspektive: Die Perspektive der privaten oder gewerblichen Verbraucherinnen und Verbraucher sowie unserer Mobilitätskundinnen und -kunden und der industriellen Verbraucher.
Bereitstellungsperspektive: Die Perspektive der Bereitstellung von Wärme, Strom, Wasser und der Lieferketten sowie der Wasser und Abwasserversorgung und des Recyclings.
Zeitraum der Umsetzung: seit 2010
Zielstellung:
Netzerneuerung mit Senkung der Netzverluste und Netztemperaturen bei Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Ausbau und Verdichtung der Fernwärme u.a. in den Quartieren im Süden von Halle (Saale).
Förderung:
KWKG für Neuanschlüsse und Netzausbau und Stadtumbau Ost für Anpassung des Leitungsbestandes in den Großwohnsiedlungen
Stand: 09/2024
Träger des Projekts: